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In dem Moment der Angst


Feuer
Es schaut mich an
Greift nach mir
und ich kann mich nicht wehren.
Ich erstarre,
kann mich nicht mehr rühren.
Mein Körper zittert.
Ich fange an zu schwitzen.
Meine Fingernägel bohren sich tief in mein Fleisch
um die Schmerzen
in meinem Herzen
zu lindern,
doch nichts passiert.
Ich kann mich nicht bewegen.
Keine Möglichkeit zu fliehen.
Mein Herz,
meine Augen,
mein Lebenswille,
alles ist erstarrt.
Das einzige was noch funktioniert
sind mein Mund und meine Hände,
die weiter machen.
Ich warte bis es vorbei ist
unfähig zu begreifen,
dass das Feuer mir nichts mehr anhaben kann.
1.2.14 14:51


1.2.14 Zu spät für Worte, zu spät zum Trösten

Ich bin eine schlechte Freundin. Meine Freundin ist immer für mich da. Sie stand an meiner Seite als alle anderen mich verlassen hatten, als ich mich veränderte, als ich mich durch meine Angst veränderte. Sie ist immer da, wenn ich denke ich kann nicht mehr. Sie hört mir zu und spricht mir Mut zu. Sie zeigt mir das ich nicht alleine bin, sie ist für mich da. Doch als sie dann mal meine Hilfe brauchte, als sie den Mut brauchte, war ich nicht da. Ich konnte ihr nicht zuhören, ihr nicht helfen.
Warum tröstet sie mich noch wenn ich es nicht schaffe sie zu trösten. Ich bin immer erst zu Stelle wenn der Sturm vorüber ist, doch dann ist es zu spät.
Ich habe geschlafen, seelenruhig während sie von dem Kummer erschlagen wurde.
Warum gibt es dann nicht so eine Emergencytaste wie in den Krankenhäusern? Sie hätte nur klingeln müssen und ich wäre da gewesen. Ich hätte versuchen können sie zu trösten, auch wenn ich da noch nicht einmal richtig gut drin bin, doch jetzt ist es zu spät.
1.2.14 22:15


2.2.14 Sonne und optimistische Gedanken

Endlich wieder Sonne!
Ich habe zwar nichts gegen Regen und wenn auch nur ein bisschen was gegen Schnee, aber irgendwann vermisse ich die Sonne so richtig. Als heute dann endlich die Sonne schien und keine Minusgrade mehr waren konnte mich nichts mehr drinnen halten. Ich wollte kein Trübsal mehr blasen, ich wollte endlich mein Leben wieder leben wie ich es seit Monaten nicht mehr getan habe. Ich wollte meine Schwingen ausbreiten und mich in die Lüfte schwingen.
Also hab ich mir dann mein Fahrrad geschnappt und bin los. Bin gefahren wo ich gerade mal hin wollte, habe mich verlaufen, den Weg wieder gefunden und mich wieder verlaufen und am Ende habe ich noch meinen Geisterbaum besucht. Ich nenne ihn so weil er auf einem Friedhof am Rande unseres Dorfes steht. Es ist eine große alte Eiche, die auf mich immer so eine beruhigende Wirkung hat, dass ich ihr zum Teil wirklich mein Leben verdanke.
Aber natürlich war mein Tag heute nicht durchgängig so rosig. Zwischendurch hat der Schmerz wieder lange Schatten geworfen, aber ich konnte sie wieder abschütteln. Dieser unendliche Stolz, wenn ich so was schaffen, wie das Messer wieder wegzulegen oder so, ist jedes Mal so balsam, dass ich weiter kämpfen werde bis ich es vollständig besiegt habe. (ich weiß das ist jetzt sehr optimistisch aber ansonsten kommt man nicht ans Ziel wenn man schon aufgibt bevor der letzte Mann gefallen ist.)
2.2.14 20:48


Zerschunden und gebrochen


Meine Haut weint.
Sie weint rote, blutige Tränen
Tränen der Verzweiflung,
Tränen des Schmerzes
und Tränen der Angst.

Sie soll nicht mehr weinen.
Sie soll stark sein,
wie ich es allen vorgebe.
Sie soll wieder heile sein.
Ich will wieder heile sein.
3.2.14 19:45


4.2.14 Schlecht, gut, schlecht, gut, ach ich weiß es nicht

Die Überschrift sagt eigentlich schon alles über meinen Zustand aus.
Eigentlich eher gut als schlecht wahrscheinlich, aber ich weiß es nicht. Kein Bedürfnis mich zu ritzen (wenigstens etwas positives) aber auch kein Plan was ich sonst machen soll. Ich hätte eigentlich viel zu tun und davon auch durchaus positive Sachen, die mir normalerweise Spaß machen, aber ich liege nur komplett antriebslos im Bett, starre vor mich hin, lass mein Handy weiter klingeln in der Hoffnung derjenige an dem anderen Ende der Leitung legt endlich auf, versuche zu dösen, doch das einzige was ich hin bekomme ist hier zu schreiben.
Tiefe Leere beginnt sich in meinem Körper auszubreiten. Ich schließe die Augen, bin aber nicht müde. Höre einfach nur den immergleichen Song rauf und runter und hoffe dass mich bald der Schlaf erlöst.
4.2.14 19:27


4.2.14 Dumme kleine Frage

"Geht es dir gut?"
Scheiße. Wie ist meine Mum drauf gekommen? Ahnt sie etwas? Meine Schnitte am Arm kribbeln. Nein natürlich nicht, wie soll es mir denn bitteschön gut gehen mit meinen täglichen Zusammenbrüchen, den Panikatacken, mit dieser scheiß Angst. Nein es geht mir nicht gut. Aber die Maske bleibt an Ort und Stelle. "Ja alles bestens, bin nur ein wenig müde. Gute Nacht." Mehr bekomme ich nicht zustande. Flucht hoch in mein Zimmer, abschließen, zusammen brechen, die Kontrolle verlieren und nur noch darauf warten dass das Zittern vergeht.
4.2.14 22:25


5.2.14 Stress ich liebe dich

Ich habe heute wieder gemerkt wie stark Bewegung/ Anstrengung/ Sport/ Stress mit frischer Luft kombiniert meine Laune hebt.
Nachdem ich heute einen total nervigen Vormittag hatte war die Laune erst mal im Keller was auch nicht besser wurde als ich dann im wie immer überfüllten Bus saß.
Erlösung kam dann endlich mit meinem Job auf dem Reiterhof auf dem ich reite, wo ich einmal wöchentlich aushelfe bei den Reitstunden für die Kleinen. Mit dem kleinen Schuss Hektik und dem hin und her gerenne ging es mir supi für meine Verhältnisse. Als ich dann auch noch beim Pferdereinholen spontan helfen musste konnte ich keine Gedanken an irgendwelche dummen Sachen verschwenden.
Solche Tage tun mir immer am meisten gut. Keine Zeit zum Nachdenken und die Hände immer beschäftigt. Hoffentlich kann ich auch so einschlafen was ich stark bezweifle, da mein scheiß Schlafrhythmus mir sagen wird "Ne ne schlafen is nicht vor Zwölf".
5.2.14 22:22


6.2.14 Willkommen im Licht oder holt mich der Schatten doch wieder ein?

Wie man schon an meinem letzten Eintrag lesen konnte geht es mir im Moment eigentlich ziemlich gut.
Heute bin ich selber geritten, ich war danach zwar total alle, aber die Stunde war gut. Und da ist dann wieder die Anstrengung und der Stress (muss immer direkt nach der Schule zum Reiten und komme erst so gegen 18:00 Uhr wieder nach Hause), die mir so gut tun.
Ich hoffe mit dem guten Wetter kommt jetzt wirklich mein Lebenswille zurück und dass das jetzt nur Winterdepressionen waren. Doch dann sind da noch die Flashbacks von denen ich größtenteils verschont blieb in der letzten Zeit, die mich aber auch ruck zuck wieder im das schwarze, tiefe Loch des geschundenen Herzens ziehen können. An solch guten Tagen ist die Angst vor dem Feuer, die mich terrorisiert, so gut wie weg geblasen, doch sie wurde ersetz von der Angst vor den Flashbacks. Ich habe angst davor, dass ich im nächsten Moment wieder das kleine Mädchen aus der sechsten Klasse bin, was zusammen brach als sie die Flammen sah. Ich erlaube mir die guten Gefühle, ja ich lache und ja ich lache gerne, aber niemand wird von mir mehr eine Träne sehen. Niemand wird meine Schnitte sehen, die ich mir zufügte als ich allein, ausgeliefert in meinem Zimmer war. Niemand wird mich mehr versagen sehen. Immer nur das fröhliche, lachende Mädchen. Nie meine andere Seite, wo ich wimmernd am Boden liege und um die Tränen flehe, die ich nicht weinen kann, da ich lernte sie zu unterdrücken.
6.2.14 19:50


Scars on my head,
Scars in my heart.
8.2.14 20:59


9.2.14 Geiler Tag... dachte ich.

Heute bin ich aus dem Bett gesprungen und hätte tanzen können vor Freude. Ich habe überhaupt keine Ahnung warum aber es war so ,was sich aber leider gegen Mittag mal wieder änderte. Meine Familie war nämlich der Meinung wir müssten mal wieder was zusammen machen und dann waren wir schwimmen. Na toll... is ja nicht so als dass mich schon jemand bei Sport auf die "Schrammen" am Oberschenkel aufmerksam gemacht hat, nein jetzt muss ich auch noch schwimmen wo ich natürlich meinen Oberschenkel und den Arm nicht verdecken kann.
Seit dem wurde es den ganzen Tag nicht besser und jetzt bin ich am überlegen wo man eine Rasierklinge herbekommt...
Nein ich werde es nicht tun. Ich bin nicht dumm. Die Schnitte werde mich für einen Moment erlösen doch wenn sie nicht mehr weh tun nur noch quälen. Nein ich werde es nicht tun.
Ich glaube das wird so heute noch die ganze Nacht so weitergehen dabei bin ich so stolz auf mich, denn die paar Schnitte die ich bisher habe werden verheilen, da bin ich mir so gut wie sicher. Ich werde keine Narben haben und ich will auch keine haben. Seit ca 4 Tagen hab ich die Schere nicht angerührt und das soll auch so bleiben. Ich werde stark bleiben wie alle es von mir denken.
9.2.14 22:53


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